Chima Anyanwu – Coach und Hundetrainer aus Leidenschaft

Damals als ich noch nichts wusste …

Wie bei so vielen anderen hat mein Einsteigen in die Tiefe Materie des Hundetrainings vor einigen Jahren aus der Not mit dem ersten Hund begonnen. Eigentlich war es der zweite Hund, den meine Frau Corinn und ich uns ausgesucht hatten. Nur dass ich das andere Ende der Leine bei Lance war und das Kerlchen mich mit seinen 11 Monaten anfangs oftmals auf die Palme brachte, weil ich mich so hilflos fühlte. Er stürzte sich bevorzugt auf Artgenossen, war als Dobermann aufbrausend und impulsiv, dachte nicht nach bevor er handelte und war ein Spiegel meiner selbst. Kein Wunder also das wir zwei unsere Probleme hatten.

Den Schritt näher zur Entscheidung Hundetrainer zu werden brachte mich allerdings unser dritter Hund. Dorian, auch Dobermann, auch aus dem Tierschutz, zog mit 6 Monaten bei uns ein und sollte ein Vorzeigehund für die Hundeschule Corinns werden. Dorian hatte allerdings andere Pläne und entschied sich in seiner späten pubertären Zeit der beste Feind von Lance zu werden und die meisten anderen Hunde auf die er traf richtig zu hassen. Auch er war impulsiv und aufbrausend, leider auch ein unfairer Arsch der sein Ziel in andere Hunde reinzuhacken nicht aufgeben wollte. Hundetrainer dazu führte aufzugeben oder immer härtere Maßnahmen an den Start brachten um ihn zu regeln.

Das allerdings vertiefte nur seine Hartnäckigkeit andere impulsiv platt zu machen und führte letztendlich dazu dass er über die Jahre ein Lustbeisser wurde.

Die ersten Schritte…

Damals fing ich an noch tiefer in die Materie Hundetraining/Verhaltenskorrektur beim Hund einzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt lebten wir schon in Stuhr bei Bremen. Corinn hatte eine Stelle als Hundetrainerin in einem Hundezentrum angenommen . Wir lebten auf engstem Raum mit 3 Dobis, wovon 2 sich nicht wirklich mochten. Auch wenn Lance mit anderen mittlerweile gut zurecht kam, blieb noch Dorian der einen Spass daran fand alles platt zu machen was nach Hund aussah. Beste Voraussetzungen also um auf dem Gelände eines Hundezentrums zu wohnen.

Während dieser Zeit besuchte ich die ersten Seminare, die im Hundezentrum veranstaltet wurden und fing mit meiner privaten Ausbildung an. Ich begleitete Corinn zu den ersten Problemfellen und fand die Arbeit sehr spannend. Als ich dann auch noch feststellte, dass ich keine Lust mehr hatte in meinen alten Beruf als Grafiker zurückzukehren, fiel die Entscheidung recht schnell zu Gunsten einer Laufbahn als Hundetrainer. Unbedarft und eigentlich recht unerfahren begann ich inoffiziell und zaghaft meine Tätigkeit als Hundetrainer.

Passend dazu kam noch dass die Stellen als Haupttrainer des Hundezentrums frei wurden und die Inhaberin des Hundezentrums uns die Chance gab den Schuppen zu wuppen. Das taten wir dann auch zum Jahreswechsel 2007 und führten das Hundezentrum in der operativen hauptamtlich als Hundetrainer.

Allerdings hatte es auch seine Schattenseite…

Die Erfolge als Hundetrainer ließ allerdings meinen Frust bei dem Misserfolg bei meinen eigenen Hunden steigen. Egal was ich veranstaltete die zwei Rüden wollten sich nicht neutral begegnen. Nicht dass sie sich täglich in der Wolle hatten, aber jedes viertel Jahr fanden sie einen Grund sich in eine Keilerei zu begeben, immer mit Verletzungen auch der schwereren Art.

Die Unfähigkeit meine eigenen Hundeprobleme zu lösen liess mich noch frustrierter werden. Dies gepaart mit meinen damaligen Persönlichkeitsmerkmalen ähnlich der meiner Dobermänner schürten den Frust noch mehr und ließen mich aus Verzweiflung immer ärgere Lösungswege eingehen, die wieder nur zu Misserfolgen führten.

Dies ging so einige Jahre, während ich als erfolgreicher Hundetrainer und sogar Dozent im Bereich Hund wurde, wollten sich meine Rüden nicht in Ruhe lassen. Eine Abgabe von einer der Hunde war keine Option, denn beide hatten zu allem Überfluß noch erhebliche gesundheitliche Probleme.

Veränderung beginnt bei einem selbst …

Die Wende kam mit meinem Mentor, Thomas Baumann, den ich noch vor der Übernahme des Hundezentrums kennenlernte. Ich fing an Seminare von ihm zu besuchen und irgendwie erkannte er etwas in mir, das sich aus seiner Sicht lohnte Zeit und Energie in meine Person als Hundetrainer zu investieren. Darüber hinaus war er der einzige Hundetrainer den ich mit meinem Autoritätenproblem akzeptieren konnte.

So ließ ich mich auf seine Ratschläge ein und arbeitete erstmal an mir und nicht mehr nur ausschließlich an meinen Hunden. In den Jahren nach dem ersten Kennenlernen durchlief einen ziemlich starken Wandel meiner Person. Vom aufbrausenden, jähzornigen, unfairem Arsch hin zu jemanden der  die Fairness im Blick hat und sich jetzt auf alle Fälle als „mittig und geerdet” bezeichnen kann. Das ist nich allein Thomas‘ Verdienst, er war aber an dem Prozess der Wandlung maßgeblich beteiligt.

Zwei Schlüsselerlebnisse gaben mir dann letztlich die Sicherheit, die ich heute noch als Person habe. Zum einen konnte ich die letzte Beisserei meiner beiden Dobermänner damals klar, souverän und ohne jähzornigen Frust trennen. Die Art der Klärung führte zu jahrerlanger Ruhe zwischen den beiden.

Zum anderen bekam ich auf einem Lehrgang von Thomas die indirekte Bestätigung, dass ich mich ins positive geändert hatte. Das beflügelte mein Selbstbewusstsein und bestätigte mich darin den richtigen Weg eingeschlagen zu haben und weiterhin zu gehen.

Ich bin wer ich bin…

Natürlich sind es nicht nur die Erlebnisse die ich als Hundetrainer gemacht habe und weiterhin mache. Zu meiner Person gehört zum Glück viel mehr. Mein Leben hat mich Demut und Respekt vor anderen Menschen gelehrt aber auch für seine Belange einzustehen. Corinn, meine Frau, hat mir die Liebe und Loyalität gelehrt die in einer Partnerschaft wichtig ist und Sie tut es noch.

Letztendlich ist es die Summe an Lebenserfahrung, die mich zu dem macht wer und was ich bin. Meine persönlichen Eigenarten habe ich nicht verloren, im Gegenteil, ich lasse alle Persönlichkeitsmerkmale nebeneinander stehen (auch die alten). Ich kanalisiere die Energie die ich im Moment benötige um mein Umfeld positiv zu beeinflussen. Führanspruch ist ein wesentlicher Teil meines Berufes (meiner Berufung) geworden aber auch die Kompetenz zu erkennen wann es besser ist loszulassen und die Eigenständigkeit anderer Personen auch der Hunde zu aktzeptieren.

Bei mir steht nicht nur der Hund im Fokus. Deine Bedrüfnisse sind mir wichtig, also helfe ich dein Leben mit dem Hund auf den richtigen Weg zu bringen. Nach bestem Wissen und Gewissen.

Meine Überzeugung ist, Veränderung kommt von innen und nicht von aussen. Bewegen kann ich bei dir nichts, ausser du möchtest es und lässt meinen Einfluß zu. Ich begleite dich solange du möchtest, das einzige was du mitbringen musst ist der Wille zur Veränderung, den Rest kannst du erlernen.

Chima Anyanwu

Teilen